Fliegen helfen Computertechnik auf die Sprünge

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© bluecrayola, 2010
13.07.2010

Forscher sind beeindruckt von der Leistungsfähigkeit des Fliegengehinrns hinsichtlich der Bildverarbeitung. Nun hoffen sie, hinter die Geheimnisse der Fliegen zu kommen, um sie für Computer- und Robotertechnik nutzen zu können.

Was Fliegen bei ihren rasanten Flügen leisten, schafft noch kein Computer der Welt. Sie verarbeiten in Echtzeit auf kleinstem Raum eine riesige Bilderflut und entkommen erst dadurch ihren Verfolgern. Wie sie so blitzschnell wahrnehmen und reagieren, konnte auf Ebene einzelner Nervenzellen bisher nicht gemessen werden. Forscher des Max-Planck-Instituts für Neurobiologie schließen nun diese Lücke. In der Zeitschrift "Nature Neuroscience" zeigen sie eine Untersuchungsmethode, von der auch die Computerentwicklung und Robotik profitieren sollen.

Fliegenkino lässt Gehirn leuchten

Die Herausforderung besteht darin, dass die Fliege ihr Bewegungssehen nur in einem sehr kleinen Raum im Gehirn verarbeitet. Auf weniger als einem Sechstel Kubikmillimeter Gehirn verfügt sie hier über 100.000 Nervenzellen, die jeweils mehrfach mit ihren Nachbarzellen verbunden sind. Die Zellen und ihre Verbindungen sind viel zu klein, als dass man sie mit feinen Elektroden einzeln beobachten könnte.

Die Martinsrieder Neurobiologen nutzten für diese Aufgabe nun neue genetische Ansätze. Sie markierten einzelne Nervenzellen mit Molekülen, die im Aktivzustand ihre Fluoreszenz verändern. Zeigte man den Fliegen auf einem Leuchtdioden-Bildschirm Streifenmuster, die sich bewegten, so reagierte das Indikatormolekül auf die aktiven Nervenzellen im Leuchtverhalten. Ein zwei-Photonen-Lasermikroskop machte dies sichtbar und trennte dabei die geringe Lichtmenge vom einfallenden LED-Licht.

Roboter der Zukunft mit Fliegenaugen

Zelle für Zelle untersuchen die Wissenschaftler nun das Fliegenhirn mit dieser Methode. Neue Einblicke erhielten sie dadurch bereits etwa in der Hell-Dunkel-Wahrnehmung der Fotorezeptoren. Das Ergebnis wird sich nicht auf einen Beitrag zur Grundlagenforschung beschränken: Die Forschung verläuft in enger Zusammenarbeit mit Robotik-Entwicklern.

"Die Evolution hat es innerhalb von hunderten Millionen Jahren geschafft, dass die Fliege mit relativ wenig Neuronen Bilder mit einer Geschwindigkeit überträgt, bei der ungleich viel größere Kameras nur ein Rauschen wahrnehmen. Auf lange Sicht ist zu hoffen, dass wir auf Grundlage neuer Erkenntnisse eine robuste, effiziente Hardware für visuelle Bewegungsdetektoren entwickeln", erklärt Studienleiter Dierk F. Reiff.

(pb)

3
Kommentare insgesamt

13.07.2010 23:26
Gast
eine spannende Studie, ich wünsche den Leuten viel Erfolg bei ihren Forschungen.

Wenn daraus auch Rückschlüsse auf die Funktion des menschlichen Gehirns gezogen werden könnten, wären wir im Kampf um die Volkskrankheit N0.1 (Strunzdoofheit der BILD und RTL Konsumenten) einen gewaltigen Schritt weiter

13.07.2010 23:52
Gast
Die Aussage finde ich ja nun passend Skip ! ^^

Ne aber mal zum Thema, es ist doch immer wieder so das die einfachsten Dinger der Natur uns zeigen wie es geht und das Leben nunmal läuft. Man schaue sich doch nur an was uns Vögel über die Windströmungen an den Tragflächen gezeigt haben! Nun fliegen wir. Die Natur ist schon ein sehr großer Helfe in jeder Hinsicht und ich finde es gut da dort die Forschung und Technik ansetzt um Neuerungen und Verbesserungen zuerfinden, ob nun mit Vorteilen oder Nachteilen. Wo gehobelt wird fallen nun mal Späne.

Also meine Meinung ist nur weiter so!

15.08.2010 14:02
Gast
Lotuseffekt^^
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