Spanner im Kinderzimmer
Technik
17.07.2010
Angesagt, praktisch - und dabei höchstgefährlich. Die Webcam. Ein Hacker aus dem Rheinland manipulierte die Kameras vieler Schülerinnen, um diese heimlich zu beobachten.
Ein Mann, der die vermeintlich harmlose Webcam eines Kindes manipuliert und dieses Tag und Nacht beobachtet: Für liebende Eltern ein Gräuel, das eine Wut auslöst, die kaum im Zaum zu halten ist - und für alle Menschen mit gesundem Verstand ebenso.
"Eine Person steht im Verdacht, unerlaubt Computer mit Schadprogrammen ausspioniert und Webcams manipuliert zu haben", gab am Freitag der Sprecher der Staatsanwaltschaft Aachen bekannt. Mehr als 150 junge Mädchen soll der Hacker auf diese Art und Weise beobachtet haben.
Stein des Anstoßes war Thomas Floß vom Berufsverband der Datenschutz-
beauftragten Deutschlands. Der Berater hält regelmäßig Vorträge an Schulen, um den Schülern deutlich zu machen, welche Gefahr von Webcams ausgeht - indem er ihnen mitunter Videos zeigt, die exakt von dem Fall zeugen, der nun von der Staatsanwaltschaft untersucht wird. "Als ab Februar plötzlich immer mehr Schülerinnen den Verdacht äußerten, dass genau das bei ihnen passiert, wurde ich stutzig", erzählt Floß laut dem Spiegel. Besonders dann, als ihm zwei Mädchen erzählten, dass die Kontrollleuchte ihrer Kamera nicht mehr ausgehen würde. Um der Sache auf den Grund zu gehen, stellten sie dem IT-Experten die Rechner zur Verfügung - woraufhin Floß eine bedeutende Entdeckung machte: Trojaner, die über ICQ verbreitet worden waren, hatten unbemerkt die Kontrolle über das Gerät übernommen.
Auf frischer Tat ertappt
Floß nimmt an, dass der Hacker das Nutzerkonto eines Gymnasiasten geknackt und einer bestimmten Auswahl von Schülerinnen, die er im Vorwege über bestimmte Internetforen ausgewählt hatte, ein Schadprogramm geschickt hat - von der Adresse des ahnungslosen Gymnasiasten aus, in Form eines schönen Bildschirmschoners. Wer die Datei dann öffnete, holte sich somit automatisch das Schadprogramm auf den Computer, das dem Hacker die Fernsteuerung des Rechners ermöglichte. Indem er die IP-Adresse des Mannes kontrollierte, machte Floß den Aufenthaltspunkt des Verbrechers ausfindig - und erstattete sofort Anzeige. Noch während der Festnahme, die auf dem Fuße folgte, sollen zahllose Live-Videofeeds aus verschiedenen Kinderzimmern auf dem Bildschirm des Mannes zu sehen gewesen sein.
Ein Einzelfall? Wohl kaum. In erster Linie seien Mädchen von solchen Attacken betroffen. "Ich habe 50 bis 60 Schulen besucht - jedes Mal hat sich mindestens eine Schülerin gemeldet, bei der solch ein Problem aufgetreten ist", sagt der Experte. "Und viele andere trauten sich nicht, davon zu sprechen."
Eine Gefahr ohne Grenzen
Auch in den Vereinigten Staaten hatte sich erst vor kurzer Zeit ein ähnlicher Fall zugetragen. Ein Hacker hatte sich dort der Webcams und der Festplatten mehrerer junger Frauen bemächtigt - ebenfalls über das Versenden von Schadprogrammen, die es ihm ermöglichten, Nacktbilder und -videos der Betroffenen zu erzeugen. Doch der Hacker ging noch weiter. Er erpresste die Frauen, indem er ihnen damit drohte, die freizügigen Fotos zu veröffentlichen, sollten sie sich weigern, ihm weitere Dateien zu schicken.
Ein Fall an einer Schule im US-Staat Pennsylvania untersrich ebenfalls die Gefahr, die von den leicht manipulierbaren Webcams ausgeht. Die Schule hatte ihren Schülern für die Heimarbeit Laptops zur Verfügung gestellt - gespickt mit der Möglichkeit, auf die Geräte zuzugreifen und Screenshots von den Aktivitäten der Schüler zu machen. Auf dem Fuß folgte der Vorwurf an einen 15 Jahre jungen Schüler, dass er sich "unanständig" verhalten habe. Die Eltern erhoben sofort Anzeige gegen die Schule.
Doch was tun?
Der Experte rät zu äußerster Vorsicht und Skepsis - besonders beim Chatten, und besonders bei plötzlicher Datenübertragung durch Bekannte. Darüber hinaus sollte man darauf achten, "ob der Computer noch angeschaltet ist, während man selbst schon nicht mehr daran sitzt" - ganz zu schweigen von aktueller Schutzsoftware.
(nm)
Angesagt, praktisch - und dabei höchstgefährlich. Die Webcam. Ein Hacker aus dem Rheinland manipulierte die Kameras vieler Schülerinnen, um diese heimlich zu beobachten.
Ein Mann, der die vermeintlich harmlose Webcam eines Kindes manipuliert und dieses Tag und Nacht beobachtet: Für liebende Eltern ein Gräuel, das eine Wut auslöst, die kaum im Zaum zu halten ist - und für alle Menschen mit gesundem Verstand ebenso.
"Eine Person steht im Verdacht, unerlaubt Computer mit Schadprogrammen ausspioniert und Webcams manipuliert zu haben", gab am Freitag der Sprecher der Staatsanwaltschaft Aachen bekannt. Mehr als 150 junge Mädchen soll der Hacker auf diese Art und Weise beobachtet haben.
Stein des Anstoßes war Thomas Floß vom Berufsverband der Datenschutz-
beauftragten Deutschlands. Der Berater hält regelmäßig Vorträge an Schulen, um den Schülern deutlich zu machen, welche Gefahr von Webcams ausgeht - indem er ihnen mitunter Videos zeigt, die exakt von dem Fall zeugen, der nun von der Staatsanwaltschaft untersucht wird. "Als ab Februar plötzlich immer mehr Schülerinnen den Verdacht äußerten, dass genau das bei ihnen passiert, wurde ich stutzig", erzählt Floß laut dem Spiegel. Besonders dann, als ihm zwei Mädchen erzählten, dass die Kontrollleuchte ihrer Kamera nicht mehr ausgehen würde. Um der Sache auf den Grund zu gehen, stellten sie dem IT-Experten die Rechner zur Verfügung - woraufhin Floß eine bedeutende Entdeckung machte: Trojaner, die über ICQ verbreitet worden waren, hatten unbemerkt die Kontrolle über das Gerät übernommen.
Auf frischer Tat ertappt
Floß nimmt an, dass der Hacker das Nutzerkonto eines Gymnasiasten geknackt und einer bestimmten Auswahl von Schülerinnen, die er im Vorwege über bestimmte Internetforen ausgewählt hatte, ein Schadprogramm geschickt hat - von der Adresse des ahnungslosen Gymnasiasten aus, in Form eines schönen Bildschirmschoners. Wer die Datei dann öffnete, holte sich somit automatisch das Schadprogramm auf den Computer, das dem Hacker die Fernsteuerung des Rechners ermöglichte. Indem er die IP-Adresse des Mannes kontrollierte, machte Floß den Aufenthaltspunkt des Verbrechers ausfindig - und erstattete sofort Anzeige. Noch während der Festnahme, die auf dem Fuße folgte, sollen zahllose Live-Videofeeds aus verschiedenen Kinderzimmern auf dem Bildschirm des Mannes zu sehen gewesen sein.
Ein Einzelfall? Wohl kaum. In erster Linie seien Mädchen von solchen Attacken betroffen. "Ich habe 50 bis 60 Schulen besucht - jedes Mal hat sich mindestens eine Schülerin gemeldet, bei der solch ein Problem aufgetreten ist", sagt der Experte. "Und viele andere trauten sich nicht, davon zu sprechen."
Eine Gefahr ohne Grenzen
Auch in den Vereinigten Staaten hatte sich erst vor kurzer Zeit ein ähnlicher Fall zugetragen. Ein Hacker hatte sich dort der Webcams und der Festplatten mehrerer junger Frauen bemächtigt - ebenfalls über das Versenden von Schadprogrammen, die es ihm ermöglichten, Nacktbilder und -videos der Betroffenen zu erzeugen. Doch der Hacker ging noch weiter. Er erpresste die Frauen, indem er ihnen damit drohte, die freizügigen Fotos zu veröffentlichen, sollten sie sich weigern, ihm weitere Dateien zu schicken.
Ein Fall an einer Schule im US-Staat Pennsylvania untersrich ebenfalls die Gefahr, die von den leicht manipulierbaren Webcams ausgeht. Die Schule hatte ihren Schülern für die Heimarbeit Laptops zur Verfügung gestellt - gespickt mit der Möglichkeit, auf die Geräte zuzugreifen und Screenshots von den Aktivitäten der Schüler zu machen. Auf dem Fuß folgte der Vorwurf an einen 15 Jahre jungen Schüler, dass er sich "unanständig" verhalten habe. Die Eltern erhoben sofort Anzeige gegen die Schule.
Doch was tun?
Der Experte rät zu äußerster Vorsicht und Skepsis - besonders beim Chatten, und besonders bei plötzlicher Datenübertragung durch Bekannte. Darüber hinaus sollte man darauf achten, "ob der Computer noch angeschaltet ist, während man selbst schon nicht mehr daran sitzt" - ganz zu schweigen von aktueller Schutzsoftware.
(nm)

17.07.2010 13:07
Gast
Damals wo ich noch ne Webcam hatte, ging die auch mal lustigerweise in unregelmäßigen Abständen an und aus (erkennbar an der LED die denn leuchtet) nach einem Virenscan hatte ich einen Backdoor Trojaner gefunden
Danach war ruhe
Danach war ruhe

18.07.2010 10:27
Gast
nun die Eltern der Kinder sind aber auch schuld. Eine vernünftige Security hätte es erkannt und Alarm geschlagen.
Aber in der heutigen Zeit werden nur kostenlos Versionen installiert und das Kind sitzt alleine vor dem Rechner.
wie heißt es in der Werbung: schau was dein Kind macht!
Aber in der heutigen Zeit werden nur kostenlos Versionen installiert und das Kind sitzt alleine vor dem Rechner.
wie heißt es in der Werbung: schau was dein Kind macht!

18.07.2010 10:29
Gast
EDIT: man braucht sich ja nur hier auf der Seite umschauen wieviel Minderjährige extreme Fotos hochladen.......und das Spion Team kontrolliert nur in Stichproben.

18.07.2010 10:35
Gast
Wo du gerade die kostenlosen AntiViren Programme ansprichst, ich habe hier ein schönes Beispiel von damals auf Arbeit:
Kunde hat Avira AntiVir installiert, meinte es kommen ständig Werbebanner und Internetabbrüche. Avira: Keine Funde - alles i.o. - mit einem anderen Programm hatte ich an die ca 2500 infizierte Objekte gefunden unteranderen Spyware, Trojaner, Backdoor etc.
Also nicht das hier jemand meint, die kostenlosen sind gut
Kunde hat Avira AntiVir installiert, meinte es kommen ständig Werbebanner und Internetabbrüche. Avira: Keine Funde - alles i.o. - mit einem anderen Programm hatte ich an die ca 2500 infizierte Objekte gefunden unteranderen Spyware, Trojaner, Backdoor etc.

Also nicht das hier jemand meint, die kostenlosen sind gut
90% aller Probleme befinden sich zwischen Tastatur und Stuhl 
Letztendlich ist immer der Anwender die Lücke. Wer Türen öffnet, der muss sich nicht wundern.

Letztendlich ist immer der Anwender die Lücke. Wer Türen öffnet, der muss sich nicht wundern.

18.07.2010 11:47
Gast
Richtig. wer Avira drauf hat braucht auch garkein antivirus schutzprogramm.
ich empfehle kapersky, das ist top und nicht teuer
ich empfehle kapersky, das ist top und nicht teuer
Also wenn es schon kostenlos sein soll denn holt euch
"Avast"
Ihr müsst auf der Avast unter Produkte die "avast! Free Antivirus" nehmen
Das ist Welten besser als das weit verbreitete AntiVir.
Installieren, Programm starten dann steht oben was von aktivieren.
Ganz wichtig hier wieder die Kostenlose Version anklicken
Wenn ihr es aktiviert habt ist es erst einmal für 1Jahr registriert, ihr müst es dann aber einfach wieder für 1Jahr kostenlos registrieren.
Die Beste (und auch kostenlose) Methode um Webcam Angriffe zu ersparen ist aber immer noch.
Entweder die Webcam immer abziehen wenn über USB angeschlossen oder falz ihr einen Laptop habt einen schwarzen Klebestreifen drüber kleben.
Manchmal bietet der Laptop auch die Möglichkeit die Webcam Hardware seitig über eine der FN tasten zu deaktivieren.
"Avast"
Ihr müsst auf der Avast unter Produkte die "avast! Free Antivirus" nehmen
Das ist Welten besser als das weit verbreitete AntiVir.
Installieren, Programm starten dann steht oben was von aktivieren.
Ganz wichtig hier wieder die Kostenlose Version anklicken
Wenn ihr es aktiviert habt ist es erst einmal für 1Jahr registriert, ihr müst es dann aber einfach wieder für 1Jahr kostenlos registrieren.
Die Beste (und auch kostenlose) Methode um Webcam Angriffe zu ersparen ist aber immer noch.
Entweder die Webcam immer abziehen wenn über USB angeschlossen oder falz ihr einen Laptop habt einen schwarzen Klebestreifen drüber kleben.
Manchmal bietet der Laptop auch die Möglichkeit die Webcam Hardware seitig über eine der FN tasten zu deaktivieren.
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