Ein bisschen Star Trek in der Realität?

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Tricorder: Reale Umsetzung bringt bares Geld (Foto: flickr.com, Mike Seyfang)
18.05.2011

Wie lange es dauern wird, bis man sich wie in der Serie Star Trek von einem zum anderen Ort beamen kann, ist noch nicht abzusehen. Der Tricorder, mit dem man ohne medizinisches Fachpersonal Krankheiten erkennen kann, könnte aber schon bald Wirklichkeit werden.

Medizinische Tricorder, mit denen in Star Trek binnen Augenblicken Krankheiten erkannt werden, sollen Realität werden. Wie die "X Prize Foundation" bekannt gegeben hat, erarbeitet sie zu diesem Zweck in Zusammenarbeit mit dem Technologiekonzern Qualcomm den "Tricorder X Prize". Ziel ist demnach "eine mobile Lösung, die Patienten besser als oder so gut wie ein Gremium approbierter Ärzte diagnostizieren kann". Tatsächlich starten wird das mit zehn Millionen Dollar dotierte Technologie-Preisrennen voraussichtlich Anfang 2012.

Bessere Versorgung

Der Webseite der "X Prize Foundation" zufolge soll der realweltliche Tricorder helfen, eine ausreichende medizinische Betreuung für größere Teile der Weltbevölkerung zu ermöglichen. "Indem Konsumenten die ersten Schritte bei der Ermittlung medizinisch relevanter Daten setzen, kann die Zeit von Medizinern sinnvoller genutzt werden", meint zudem Don Jones, "VP of Wireless Helath Strategy" der "Qualcomm Labs". Um ein entsprechendes Gerät zu ermöglichen, soll ein medizinisches Expertensystem mit diversen Fortschritten im Bereich mobiler Sensorentechnologien kombiniert werden.

So futuristisch die Idee nicht zuletzt aufgrund des aus Star Trek geborgten Begriffs Tricorder klingt, gab es in den letzten Jahren schon viele Einzelentwicklungen, die potenziell in eine derartige Lösung einfließen könnten. Ein Foto im Blog der "X Prize Foundation" spielt beispielsweise darauf an, dass ein belgisch-niederländisches Team bereits eine EKG-Messung auf einem Android-Smartphone geschafft hat. Forscherteams rund um die Welt arbeiten auch an mikrofluidischen Chiplaboren, die einfachen und günstigen Atem- oder Bluttests dienen. Das sind mögliche Komponenten für den angestrebten Tricorder.

Weiter Weg

Derzeit steckt der "Tricorder X Prize" noch in den Kinderschuhen. Genauere Details zu Regeln und Rahmenbedingungen stehen bislang noch aus und sollen im Laufe des Jahres folgen. Der eigentliche Startschuss für das Rennen um den Zehn-Millionen.-Dollar-Topf für ein leistungsfähiges mobiles Diagnosegerät soll Anfang 2012 fallen. Wie lange Teilnehmer dann Zeit für die Umsetzung bekommen werden, bleibt abzuwarten.

Jedenfalls reiht sich das Tricorder-Wettrennen in eine immer längere Liste spektakulärer "X Prizes". Schon 2004 gab es beispielsweise den "Ansari X Prize" von zehn Millionen Dollar für den ersten privaten Raumflug mit dem "SpaceShipOne". Mit dem "Wave II" wiederum soll dieses Jahr ein Elektrofahrzeug in Serie gehen, das 2010 zu den Gewinnern des "Progressive Automotive X Prize" für besonders energieeffiziente Fahrzeuge gezählt hat. Aktuell läuft unter anderem der "Google Lunar X Prize" für die erste privat finanzierte Roboter-Mondlandung.

(pte/pb)

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